
Servus...
so habe ich Freunde und Gleichaltrige begrüßt, als ich für zwei Jahre in Wien gelebt habe. Servus – lateinisch: der Sklave – komische Begrüßung, oder?
Jetzt im Mai feiern wir Pfingsten, die Ausgießung des Heiligen Geistes auf die Jünger Jesu. Ich glaube, kein anderes Thema wird und wurde so kontrovers unter den Christen diskutiert wie das Wirken, die Gaben und Aufgaben des Heiligen Geistes. Dabei hat er am ersten Pfingstfest für Verständigung gesorgt. Die Jünger konnten predigen, und die Leute um sie herum haben sie verstanden – jeder in seiner Sprache.
Ich bin bei Johannes 16 hängengeblieben: „Es ist gut für euch, wenn ich weggehe“, sagt Jesus da. „Denn wenn ich gehe, werde ich den Tröster zu euch senden. Der Geist der Wahrheit wird euch in alle Wahrheit leiten. Er wird reden, was er hört, nicht aus sich selbst heraus und das Zukünftige wird er verkünden.“ Das erinnert mich vom Wesen her an Jesus, der in Johannes 5 sagt: „Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht.“
Servus, das bedeutet auch: zu Diensten sein. Vielleicht passt es deshalb ins ehemalige österreichische Kaiserreich. Soweit habe ich nicht recherchiert. Aber das Dienstbar-Sein, das sehe ich beim Heiligen Geist. Er leitet, er tröstet, er heilt, er stiftet und schenkt Gemeinschaft und vieles mehr.
Gerade in der heutigen Zeit tut es mir und wahrscheinlich uns allen gut, sich daran zu erinnern und dankbar dafür zu werden, dass Jesus uns nicht allein auf der Erde zurückgelassen hat, sondern dass Gott im Heiligen Geist zu jedem von uns gekommen ist.
Und mir tut es auch gut, mich daran zu erinnern, dass ich ihm ähnlich sein möchte – Gott und dem Menschen dienstbar, vor allem denen um mich herum in meinem Alltag, bei meiner Arbeit und Freizeit, meiner Familie und Freunden. Dienstbar sein und auch ohne schlechtes Gewissen „Nein“ sagen, das gehört für mich zusammen.
So sage ich: „Servus“ – und wünsche Euch gesegnete Pfingsten.
Sabine Plaschke |